DAS ROTE FAHRRAD – Kooperation

Kooperation mit Vilmos Nagy

In einem intensiven Dialog zweier Frauen rund um sexualisierte Gewalt in der Familie und der freien Wahl sexueller Orientierung erzählt das Stück viel über gesellschaftliche Moral als Deckmantel und Verschleierung der Gewalt an Frauen. Und nicht zuletzt auch darüber, wie echte weibliche Solidarität zu Empowerment und so zu Veränderung von scheinbar Unverrückbarem führen kann.

Zum Stück:

Eine bekannte TV-Journalistin (Sylwia) bekommt Besuch von einer Freundin aus Kindheitstagen (Daria), der in Folge alles in Frage stellt, was war und ist. Nachdem sich der ungebetene Gast nicht abschütteln lässt, entwickelt sich diese Begegnung mit der Vergangenheit zum Prüfstein der eigenen Wahrheiten und offenbart so manche Lebenslüge. Ein packender Dialog mit emotionaler Achterbahnfahrt, Schuldzuweisungen und des Versuchs der Aufrechterhaltung einer Fassade gesellschaftlich akzeptierten Verhaltens.

Ein Jahrzehnte zurück liegender Vertrauensbruch, der sich am Diebstahl des roten Kinderrades entzündet, wofür Daria damals bezichtigt wurde und aufgrund dessen ihre Freundschaft in Brüche ging, ist der „rote Faden“ des Stücks. Hinter dieser scheinbar banalen Begebenheit öffnen sich Abgründe kindlicher Höllen des Missbrauchs, des Verstummens, der Vereinsamung und Verzweiflung.

Die Erschütterung über diese Offenbarung lässt Sylwia ihr eigenes Narrativ, ihre individuell zurechtgebogenen Wahrheiten, nicht mehr aufrechterhalten. Ihre Unfähigkeit, zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen, wird durch die Konfrontation mit der Vergangenheit evident. Zu viele professionelle Lügendetektoren mit Monatsgehältern bedienen das routinierte Gaukelspiel der Medien, geben vor, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, vermeiden es aber selbst in einen solchen hineinzuschauen.

Die beiden Lebensläufe, die sich damals trennten, werden nun wieder an diesen Kreuzungspunkt zurückgeführt. Darias Bitte, sie bei der Veröffentlichung der Niederschrift ihres Martyriums zu unterstützen, lässt Sylwias Widerstand nach und nach in sich zusammenfallen, als ihr bewusst wird, dass damit auch für sie eine Befreiung aus dem persönlichen Lügengebäude möglich wird.

Darias Entschluss, sich mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu wenden, ermutigt auch Sylwia dazu, zu sich selbst zu stehen, und alle Vorbehalte hinter sich zu lassen. So beschließen sie schließlich gemeinsam vorzugehen. Das Ende des Stücks könnte ein Neuanfang sein, eine Chance zur Emanzipation für beide.

 

URAUFFÜHRUNG: 3. März 2023, 20:00
Weitere Spieltage: 4.| 5.| 6.| 7.| 8. März 2023, 20:00

„DAS FÖRMCHEN SENKT SICH HERAB – DU WIRST AUSGESTANZT, IN
DEN OFEN GESCHOBEN UND FERTIG GEBACKEN. ABER DAS ALLES
ENTSCHEIDENDE IST DER TEIG! WENN DER NICHT STIMMT, SCHMECKST
DU NICHT. UND DU LANDEST UNGEGESSEN IN DER MÜLLTONNE.“
Text: Fred Apke
Mit: Eszter Hollósi, Heide Maria Hager, Helena May Heber
Stimme: Amélie Persché
mit Texten von Heide Maria Hager
Regie: Nagy Vilmos
Ausstattung: Helena May Heber
Technik: Jakub Kavin, Nagy Vilmos
Graphik: Christoph Raffetseder, Bernhardt Jammernegg

Ticket:

Abendkassa: 24€

Vorverkauf: 22 €

Ermäßigung: 15€

Online Ticket:

 

 

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